Social Commerce oder… wo Posts zum nahtlosen Kauferlebnis werden


04.11.2021, Lesezeit: ~3min

Haben Sie gewusst, dass in den letzten 11 Jahren weltweit sage und schreibe 74 Milliarden Social Media Apps[i] downgeloadet wurden? Kaum zu glauben, wenn man bedenkt, dass die Weltbevölkerung aktuell rund ein Zehntel davon ausmacht. Das sind jene virtuellen Orte, wo wir uns mit Bekannten oder Freunden „treffen“ und uns deren Bilder anschauen. Orte, wo wir uns informieren und wo uns die eine oder andere Produktinfo ereilt, bevor wir sie im jeweiligen Online Shop … oder gar direkt via Facebook, TikTok, Instagram & Co kaufen! Was sich in den Corona-Monaten auf der sozialen E-Commerce-Spielwiese getan hat und warum viele davon profitieren, zeigen folgende Zeilen.

Als wir uns im Frühjahr 2020 im Beitrag „Social Commerce in & nach der Krise[ii]“ darüber die Köpfe zerbrochen haben, wie die nahe E-Commerce-Zukunft innerhalb der sozialen Medien aussehen würde, kristallisierte sich bereits heraus, dass sich die Anzahl derer - die via Social Media einkaufen - steigen wird. War es unmittelbar vor der Krise noch jeder/jede zweite der Befragten, die sich zum Produktkauf via Facebook, You Tube usw. verleiten hat lassen, stellte sich in der aktuellen und bundesweiten Studie des Handelsverbandes in Kooperation mit der KMU Forschung Austria „eCommerce Studie Österreich 2021[iii]“ heraus, dass sich das Handyshopping seit 2018 schlichtweg verdreifacht (!) hat. Um es in Zahlen auszudrücken, verbuchte der Mobile Commerce gar ein Rekordplus von 67 %! Diese Ergebnisse lassen uns einfach nicht ermüden, das grundlegend veränderte Verbraucherverhalten anlässlich einer Pandemie herauszustreichen…. fortwährend und immer wieder. Viele Stunden, die man damit beschäftigt war oder ist, am Smartphone zu verbringen und nach Schnäppchen zu suchen. Mit dem kleinen Unterschied, dass man für den eigentlichen Kaufabschluss mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit von der Plattform in die jeweiligen Online Shops der Händlerinnen und Händler geführt wurde. Eine Weiterleitung, die nicht nur viel Zeit in Anspruch nahm bzw. nimmt, sondern auch die Userinnen und User von der sozialen Spielwiese fortlockt. Eine Tatsache, derer sich auch TikTok, Twitch, YouTube, Instagram oder Facebook durchaus bewusst waren/sind und mit spannenden Features und überragenden Funktionen entgegensteuern. Und genau hier setzt Social Commerce an und lädt die Verbraucher*innen zum Verweilen im Netzwerk ein… ein Verweilen, das im besten Fall bis zum Kaufabschluss und somit zu einem nahtlosen Customer-Erlebnis führt, und das unkompliziert und reibungslos. In diesem Fall profitieren jedoch nicht nur die Netzwerke, die mittlerweile ein ordentliches Upgrade vom privaten zum Business-, Streaming- oder eben Shopping Tool erfahren haben, sondern auch die User*innen und die Online-Händler*innen.

Hier, in den Plattformen, ist vom Browsen über das Hinzufügen eines Produkts bis hin zum integrierten Zahlungssystem, das die Daten bereits kennt, vieles möglich! Eine Win-Win-Win-Situation stellt sich ein, die unter anderem auch die Palette an Verkaufsmöglichkeiten des Handels um ein Wesentliches verbreitert und das Shoppingerlebnis verbessert. Kein Wunder, dass sich Insta und Co diese Chance nicht entgehen lassen und mit steigendem Umsatz auch von steigenden Gebühren profitieren werden. Schließlich gab man sich bisher „nur“ mit Werbeeinschaltungen – und keiner Gewinnbeteiligung - zufrieden, bevor die Käuferschaft auf die jeweilige IP-Adresse hinweggeführt wurde. Indem sich das Vehikel des Social Commerce stetig weiterentwickelt und immer rascher in die Richtung des reibungslosen Kaufes voranschreitet, rücken auch die Produkte und die damit einhergehende Glaubwürdigkeit sowie die Reichweite immer mehr in deren Fokus. Wir sehen, dass die sozialen Mächte an der E-Commerce-Entwicklung teilhaben möchten und dies auch zunehmend werden.

Wer es auf der Seite des Handels versteht, dass Insta, Facebook, Pinterest & Co. die perfekten Orte sind, um nach potenziellen Käufern*innen Ausschau zu halten, der oder die sollte sich aber auch darüber im Klaren sein, dass neue Produkte hier eher ungeplant entdeckt werden. Es stellt sich daher die Frage, was in den Köpfen der durchschnittlichen Social Media User*innen vor sich geht und wie solche Impulskäufe am besten ausgelöst werden können. Die Erfahrung hat gezeigt, dass unser Handeln stark davon beeinflusst wird, was die anderen tun (Social Proof). Und wer kennt die User*innen besser als Influencer? Vermutlich niemand. Es sei denn, man hat aus den Kooperationen von ihnen gelernt und/oder arbeitet nach wie vor mit ihnen zusammen. Eine zielgerechte Kundenansprache sowie die gekonnte Inszenierung der Produkte, sodass auch Nicht-aktiv-Shoppende mit einem WOW reagieren. Und wer dann noch Produkte künstlich zu verknappen weiß und jenen neben einem leistbaren Preis auch noch einen Exklusiv-Status zuteilwerden lässt, der oder die hat vermutlich auch bei der Konkurrenz die Nase vorn. 2021 scheint ohnehin ein Jahr zu sein, in dem man sich auf beliebte und kostengünstige Produkte konzentriert.

Dort, wo Social Media Marketing den Vertrieb an der Hand nimmt und gemeinsame Sache macht, kann nachhaltiges Social Commerce in Form von kürzeren Verkaufszyklen, besseren Conversion Rates und stärkerer Kundenbindung entspringen. Es ist vielmehr ein Erschaffen von Marken dank nahtloser E-Commerce-Erlebnisse. Hier reagiert man mit anpassbaren Shops wie beispielsweise mit diversen Schriftarten, Farben, Bildern und ermöglicht das Importieren eines Produktkatalogs (z.B. Facebook) oder entwickelt ein virtuelles Schaufenster (z.B. Instagram), das u.a. dank Mikro Influencern mit Leben erfüllt wird oder durch textbasierte Chatbots personalisierte Angebote liefert. Wie Sie Ihre Sales-Quote auf TikTok, YouTube, Twitch oder Instagram steigern können, liefert Ihnen ein interessanter Leitfaden von DMEXCO[iv] zum kostenlosen Download.

Wir sehen, im Social Commerce gibt es noch viel Luft nach oben. Eine Menge Raum, über den man sich auch im Handel bewusst werden sollte. Auch wenn es neben gesteigerter Bekanntheit eine zunehmende Abhängigkeit zu den sozialen Medien bedeutet.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zum Thema, Ihre bisherigen Erfahrungen und natürlich über alles, was Social Media an sozialer Interaktion zwischen uns bereithält. Viel Erfolg beim Erkunden der Social Commerce-Spielwiese mit Ihrem Online-Handel!

Csaba Szakatics

Marketing


Verlinkungen


[i] https://onlinemarketing.de/cases/social-media-evolution-2021-studie-app-annie

[ii] https://www.cardsys.at/blog/social-commerce-in-nach-der-krise

[iii] https://www.handelsverband.at/publikationen/studien/ecommerce-studie-oesterreich/ecommerce-studie-oesterreich-2021/

[iv] https://go.dmexco.com/de/social-commerce?hsCtaTracking=634e5a57-c3f9-4364-84fa-f7dd70371fb3%7Ca818afe0-ba48-4cbf-8159-670807962b52

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