# Fight AIA oder die Diktatur der Ahnungslosen....


25.04.2019, Lesezeit: ~3min

AIA steht für Artificial Intelligence Abuse. Eigentlich sollte es „fahrlässiger Missbrauch“ heißen. Aber auch in diesem Fall schützt Unwissenheit nicht vor Verantwortung. Gerade wenn es Manager betrifft, die durch ihre Entscheidungen Macht ausüben.

Gemeint ist der problematische Einsatz von Algorithmen für die Lösung automatisierter Entscheidungsprozesse im Alltag. Oft passiert das undifferenziert und unreflektiert, da leider viel zu viele Manager und Entscheider die Methoden bzw. Wirkungsweisen von Technologien nicht verstehen und auch nicht hinterfragen. Vergleichbar ist das damit, wenn ein Richter ohne Kenntnis des Gesetzbuchs Entscheidungen trifft oder ein Chirurg ohne Anatomiefachwissen zum Skalpell greift. Das würde wohl niemand wollen.

Und das Problem wächst. Weil Algorithmen heute und vermehrt in Zukunft weitreichende subtile Entscheidungen treffen werden. Damit wird ganz entscheidend die Entwicklung von Unternehmen, politischen Prozessen und letztlich unserer Gesellschaft beeinflusst. Dafür die Verantwortung zu übernehmen ist letztlich auch eine Frage von professioneller Ethik, die in vielen anderen Bereichen vollkommen selbstverständlich ist. Niemand würde einen Geschäftsführer akzeptieren, der die Grundprinzipien von Rechnungslegung bzw. Bilanzerstellung nicht verstanden hat. Keine Bank und deren Aufsichtsorgane einen Manager bestellen der nicht nachweislich den verpflichtenden Test „Fit and Proper“ absolviert hat

Beim Thema Digital bzw. Data Ethics verhält sich das aktuell noch anders und führt zu skurrilen Auswüchsen: Algorithmen die im Recruiting-Prozess dafür sorgen, dass ethnische und demographische Diskriminierung unterstützt werden. Und natürlich der Missbrauch von AI, der weitreichenden Einfluss auf demokratische Prozesse in Europa und Nordamerika hat.

Die Forderung nach einer Art Führerschein für Manager und politisch Verantwortliche scheint auf den ersten Blick gewagt. Doch je genauer man die Konsequenzen überlegt, desto logischer, ja geradezu zwingend notwendig wird das sein. So kann gewährleistet werden, dass Manager und Entscheider die Technologie und im speziellen die Künstliche Intelligenz verstehen.

Die langfristige Konsequenz ist es demnach, Fachgebiete wie „Computional Thinking“ in Lehrplänen zu verankern, beginnend von der Grundschule bis in akademische Ausbildungsinstitute. Die kurzfristige Reaktion muss es sein, den gesellschaftlichen Diskurs darüber zu intensivieren und die Übernahme der Verantwortung auf allen Management-Ebenen einzufordern.

Roman Chromik

CEO Cards & Systems

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