10 Tipps zu mehr Nachhaltigkeit im E-Commerce



23.07.2020, Lesezeit: ~5min

Der US-Onlinehändler Amazon ist einer der großen Gewinner der Covid-Krise, der Aktienkurs kennt in den vergangenen Monaten nur eine Richtung – nach oben. Klar, Corona hat uns gezwungen zuhause zu bleiben und viele von uns animiert, mehr online zu konsumieren. Noch wissen wir nicht, ob uns eine zweite Welle wieder ins Home- Office zwingt und der E-Commerce seinen nächsten Schub bekommt. Auf jedem Fall waren die vergangenen Monate bereits ein Boost für den Online-Handel. Das freut natürlich den stationären Handel nicht, vor allem dann, wenn die eigene Online-Präsenz bisher nur lieblos oder gar nicht aufgebaut wurde. Und noch einen großen Verlierer gibt es, unser Klima, denn der Online-Handel verursacht viel Müll durch Verpackungen und hat durch Lieferungen und Retouren einen miesen CO2-Fußabdruck.

Nachhaltigkeit im Umgang mit unseren Ressourcen wird für viele Kund*innen immer mehr zum Kriterium für die Markenwahl. Wir gehen der Frage nach, welche Möglichkeiten E-Commerce-Unternehmen haben, die schlechte Klimabilanz zu verbessern.

  1. Alles fängt mit dem Produkt an: Marken müssen erkennen, dass für Kund*innen bei der Produktwahl soziale, moralische und ökologische Standards immer wesentlicher werden – unabhängig davon, ob online oder offline eingekauft wird.
  2. Transparenz & Ehrlichkeit: Greenwashing ist nicht genug – früher oder später werden Kund*innen merken, wenn Nachhaltigkeit eine Marketingaktion ist und Unternehmen nicht substantiell an ihren Produkten und Dienstleistungen arbeiten. Die Strafe reicht vom Shitstorm auf Social Media bis zur Konsumverweigerung ihrer Produkte.
  3. No Plastic: Unnötigerweise sind Produkte für den Versand oft noch zusätzlich in Plastik eingeschweißt oder das Füllmaterial ist aus Kunststoff. Das sollten umweltbewusste Marken vermeiden. Mittlerweile gibt es eine große Auswahl an recyclebarem Verpackungs- und Füllmaterial, wie beispielsweise aus Maisstärke, Gras oder Hanf.
  4. Passende Verpackung: Viele Onlinehändler nehmen die Standardgrößen zum Versand ihrer Produkte. Der freie Platz wird mit Füllmaterial ausgestopft. Das verursacht zusätzlichen Müll und die Pakete brauchen mehr Platz bei der Lieferung und damit mehr LKW-Ladefläche.
  5. Verpackungsmaterial wiederverwenden: Viele Kund*innen stört es nicht, wenn das Verpackungsmaterial schon verwendet wurde. Am einfachsten ist es, Kund*innen gleich beim Online-Shopping danach zu fragen.
  6. Alles auf einmal: Mehrfachbestellungen sollten nicht dazu führen, dass Kund*innen viele Einzelpakete geliefert bekommen. Solche Bestellungen sollten immer zusammengefasst ausgeliefert werden.
  7. Grüner Transport: Einige Lieferdienste bieten klimaneutrale Versandmöglichkeiten. Dabei werden durch den Transport entstehende Teibhausgase durch Klimaschutzprojekte ausgeglichen.
  8. Retouren vermeiden: 143 Millionen private Pakete* wurden im Vorjahr in Österreich zugestellt. Knapp ein Viertel davon, wurde wieder zurückgeschickt. Das zahlt negativ auf die Klimabilanz ein. Das
    Umtauschrecht ist im Gesetz verankert. Trotzdem sollten sich Unternehmen überlegen, wie sie die Retouren reduzieren können. Transparente und klare Produktbeschreibungen und keine Schönfärberei im Onlineshop sind eine Möglichkeit. Bessere Fotos und Videos eine andere. Der Einsatz von Artificial Reality-Anwendungen, z. B. bei Mode und Möbeln könnte ebenso helfen, die Vorstellungskraft der Kund*innen zu verbessern. So können unnötige Retouren vermieden werden, weil das bestellte Produkt nicht passt (z.B. ein Kleidungsstück) oder die gesetzten Erwartungen nicht erfüllt werden. Für manche Unternehmen ist es sicher auch überlegenswert, die Lieferung zu bepreisen. Besonders, wenn sie aus Erfahrung wissen, dass viele Bestellungen aus Jux und Tollerei gemacht werden.
  9. Zu gut zum Wegwerfen: Immer wieder hört man davon, dass Retouren direkt im Müll landen. Diese Praxis hat extrem negative Auswirkung auf die Umweltbilanz und kann auch die Reputation des Unternehmens schwer schädigen. Besser ist es, die Retourwaren zu prüfen und nur dann zu vernichten, wenn sie für den Verkauf unbrauchbar ist.
  10. Mit Service punkten: Mit persönlicher Kommunikation per Telefon oder Chat vor und nach dem Kauf lassen sich Fehlkäufe vermeiden, die Umtauschhäufigkeit reduzieren und die Kundenzufriedenheit erhöhen.

Nicht jeder dieser Tipps passt für jede Marke, zu individuell agieren Kund*innen in den verschiedenen Branchen. Wollen Marken in Zukunft erfolgreich sein, müssen sich auf jeden Fall auf die geänderten Erwartungen der Kund*innen einstellen und dazu gehört auch ein nachhaltiges und verantwortungsvolles Handeln von Unternehmen in der digitalen und analogen Welt.

Csaba Szakatics

Marketing

  • Teilen:
  • Your contact:
  • Csaba Szakatics
  • Job description
  • Marketing & Key Account Management
  • E-Mail:
  • csaba.szakatics@cardsys.at
  • Telephone:
  • +43 1 790 33-344

We keep you informed

Mit unserem Blog-Newsletter informieren wir Sie regelmäßig über Spannendes, Ungewöhnliches, Neues & Kommendes aus der IT-Welt.

We keep you informed

With our blog we keep you up to date with everything exciting, unusual, exceptional and of course trendy that has to do with our IT world.

Contact