VR goes Shopping… interaktiv & immersiv!


26.11.2020, Lesezeit: ~5min

„Gibt es diese Hose auch in grau?“, möchte ich vom Verkäufer wissen, der sich sofort auf die Suche macht. Unterschiedliche Menschen haben unterschiedliche Geschmäcker und naturgemäß auch unterschiedliche Größen. Wie aber wäre es, wenn wir in einen Laden kämen, wo es ausschließlich Klamotten in unserer Größe und nach unserem Geschmack gäbe? Was für viele nach einem utopischen Wunschtraum klingt, wird im virtuellen Kaufhaus erlebbare Realität… oder besser gesagt, Virtual Reality! Was man eigentlich unter VR im E-Commerce versteht und warum wir uns gerade in Zeiten wie diesen mit dieser zukunftsweisenden Technologie auseinandersetzen sollten, darum geht´s uns heute.

Vor Kurzem haben wir uns im Beitrag „Mit AR zum ultimativen Shopping-Erlebnis“ der Augmented Reality-Technologie und deren Potenziale für den Online-Handel gewidmet. Während uns bei AR die digitalen Informationen in unserer realen Welt „besuchen“ kommen, wann immer wir nach ihnen verlangen, sind wir es in der Virtual Reality-Variante selbst, die eine andere Welt aufsuchen und uns in der Gestalt eines Avatars frei bewegen können. Da ist die Welt eine voll von Nullen und Einsen mit einer - durch spezieller Hard- und Software erzeugten - künstlichen Wirklichkeit. Oder anders: Virtual Reality ist die Darstellung von Realität in einer in Echtzeit computergenerierten, interaktiven virtuellen Umgebung[i].

Oder noch einfacher: Eine virtuelle Welt, in der das virtuelle Kaufhaus mit optisch ansprechenden Produktvorführungen wirbt, das virtuelle Reisebüro seine Kunden*innen mit der Lust-auf-mehr-Garantie versorgt und der Häuslbauer von morgen schon heute durch die Geschosse seines Hauses flanieren kann. Das alles den modernen und mittlerweile leistbaren VR-Brillen und den dazugehörigen VR-Lösungen zum Dank!

Aber wie funktioniert so eine Brille eigentlich und warum hat man das Gefühl, in einer anderen Welt zu sein, obwohl man ja eigentlich noch immer in den eigenen vier Wänden sitzt? Nun, dass wir den Eindruck bekommen, in der virtuellen Realität „präsent“ zu sein, liegt an der sogenannten Sensor-to-Photon-Latency. Dies beschreibt das Zeitlimit, das zwischen gekoppelter Sensorik und der Darstellung eines Bildes nicht überschritten werden darf. Genau genommen, sind das weniger als 11 Millisekunden, die die User*innen eintauchen lassen, als ob sie präsent wären. Dieses Eintauchen wird auch als Immersion bezeichnet, einem durch VR hervorgerufenen Effekt, „der das Bewusstsein des Nutzers, illusorischen Stimuli ausgesetzt zu sein, so weit in den Hintergrund treten lässt, dass die virtuelle Umgebung als real empfunden wird.[ii]

Was von „außen“ betrachtet vielleicht lustig aussieht, ist inzwischen weit mehr als nur das Equipment fürs nächste Gaming-Abenteuer. Längst hat sich die VR-Technologie auf eine viel größere und branchenübergreifende Spielwiese aufgemacht. Eine Tatsache, die vermutlich auch wegen der Übernahme von Oculus VR durch Facebook zusätzlichen Aufwind bekam.

„Mit jedem Jahr sinken die Einstiegshürden für Virtual Reality: Die Headsets werden leistungsfähiger und es gibt immer mehr ausgereifte VR-Anwendungen. Die Nutzer können so in beliebig viele Lebenswelten eintauchen – das macht die Technik so spannend[iii]“, so auch der Referent für Consumer Technology von Bitkom e.V., Dr. Sebastian Klöß. Und die Einsatzmöglichkeiten für die VR-Brillen und die Applikationen sind wahrlich zahlreich. Hier liegen auch die Potenziale, die VR dem Online-Handel zu bescheren imstande sind.

Neben Bitkom bestätigen auch zahlreiche andere Studien und Umfragen, dass das Interesse beim Nutzer und der Nutzerin dafür immer größer wird. So kennen laut einer Umfrage von Statista mittlerweile 82 % der Deutschen und 92 % der Nordamerikaner*innen[iv] den Begriff „Virtual Reality“ bereits. Eine Prognose vom Juli 2020 sagt sogar einen globalen Umsatz mit Virtual Reality für das Jahr 2023 auf rund 6,2 Milliarden US-Dollar voraus[v]. Eine ältere Prognose von Goldman-Sachs[vi] geht sogar so weit, indem sie behauptet, dass die VR-Erlöse bis 2025 die des TV-Markts überholen werden.

Aber hätte nicht eigentlich der VR-Markt bereits im Coronajahr 2020 „explodieren“ müssen? Wäre es doch eine wunderbare Möglichkeit, Socializing zu betreiben, obwohl man nicht einmal annähernd mit einem mutmaßlichen Covid19-infizierten Superspreader zu tun hätte? Eigentlich! Wie der Spiegel in seinem Bericht „Warum die Krise für Virtual Reality zu früh kam[vii]“ schon im Titel verrät, ging VR nicht unbedingt als Sieger der Krise hervor. Vielmehr soll das aber auch daran liegen, dass die breite Masse noch nicht mit VR-Equipment eingedeckt war/ist. Und wenn man an einer Anschaffung interessiert war, scheiterte die Versorgung mit VR in den eigenen vier Wänden an den coronabedingten Einschränkungen der Hersteller sowie ihrer Lieferanten. Kurzum: Die Hardware fehlte! Und so kam es, dass beim Digital Socializing die VR-Brille dem Video-Chat weichen musste. Aber nicht nur aus diesen Gründen: Wurde sie zum stundenlangen Tragen schließlich auch als zu anstrengend empfunden.

Umso wichtiger ist es, auch über die Krise hinaus zu denken und sich aufgrund der Nachfrage genauer anzusehen, ob sich ein eigener virtueller Shop rechnet. Auch wenn sich die Erfassung der Produkte in 3 D als äußerst aufwendig herausstellt und nicht jede Branche von dieser Technologie profitieren wird können, so liegen die Vorteile für den User/die Userin (siehe unser AR-Beitrag) beider Technologien – AR & VR - auf der Hand:

  • Erleichterte Kaufentscheidung
  • Größere Produktauswahl
  • Effizienterer Kauf
  • Spaß an der Technologie
  • Reduziertes Covid-Ansteckungsrisiko

Man kann es drehen, wie man möchte: Die neuen Realitäten - AR, VR oder gemischt – werden nicht mehr verschwinden und unseren Alltag sowie unser Einkaufsverhalten zunehmend verändern! Ob als App oder als webbasierte VR-Lösung[viii], der visuelle Anreiz und eine detaillierte Darstellung im Shop sind dann unumgänglich und gehen stets Hand-in-Hand damit, möglichst immersiv, interaktiv, plausibel und wiedergabetreu zu sein. Der virtuelle Laden von morgen punktet darüber hinaus mit einer ausgezeichneten Usability bei denjenigen, die technikaffin, Spaß an Gamification-Elementen haben, probierfreudig und natürlich auch kaufkräftig sind.

Und wer in den Branchen Entertainment, Beauty, Fashion, Reisen oder Lifestyle unterwegs ist, dem oder der könnten gut durchdachte VR-Lösungen schon sehr bald sehr, sehr gute Dienste erweisen. Von einer höheren Conversion Rate, der positiven PR und einer gestärkten Kundenbindung ganz zu schweigen!


Csaba Szakatics

Marketing

[i] 10 Trends für 2019: Virtual Reality und Augmented Reality Trends (nur-muth.com)

[ii] Immersion (virtuelle Realität) – Wikipedia

[iii] Virtual Reality kommt in der Breite an | Bitkom e.V.

[iv] Statistiken zum Thema Virtual Reality | Statista

[v] Virtual Reality - Prognose zum Umsatz weltweit bis 2023 | Statista

[vi] Goldman Sachs predicts VR will be bigger than TV in 10 years - Business Insider

[vii] Virtual Reality: Warum die Corona-Krise für das Medium zu früh kam - DER SPIEGEL

[viii] Wie Virtual Reality im E-Commerce Verbraucher zum Kaufen bewegt – Virtual Reality Magazin (virtual-reality-magazin.de)

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  • Csaba Szakatics
  • Tätigkeit
  • Marketing & Key Account Management
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  • +43 1 790 33-344

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