Kontaktloses Bezahlen: Ein Trend, den Corona beschleunigte


30.09.2021, Lesezeit: ~4min

Steckt unser Bargeld in der Krise? Und das, obwohl wir es so lieben? Vermutlich! Schließlich war es neben vielen anderen Veränderungen auch unser aller Kaufverhalten, das dem heimischen Zahlungsverkehr einen mächtigen Digital-Schubs beschert hat. Kein Wunder! Denn plötzlich war das Einkaufen beim Händler ums Eck getrieben vom Kundenwunsch, auch physisch möglichst sicher shoppen – und auch bezahlen – zu können. Damit beschäftigt sich unser heutiger Beitrag sowie mit der Frage, warum kontaktloses Bezahlen früher oder später auch ohne Corona-Beschleuniger gekommen wäre!

Wie zahlreiche Studien und Umfragen ergaben, hat das erste Corona-Jahr einen wahren Hype auf den E-Commerce ausgelöst. Ein Impact, der – wie vielfach prognostiziert - auch noch in diesem Jahr „ganze Arbeit“ zu leisten scheint (siehe unseren Beitrag „E-Commerce im Allzeithoch, eine Krisenbilanz[i]“). Einem digitalen Turboantrieb gleich kam die Coronakrise aber auch für die Banken, Kartenfirmen und Zahlungsdienstleister, die u.a. mit der NFC-Technologie (Near Field Communication[ii]) vermehrt auf das „Kartengeld“ oder das „Handy-Geldbörserl“ setzten, um dem Kunden oder der Konsumentin auch im stationären Handel hygienisch sauberes und bequemes Bezahlen zu ermöglichen. Ganz nach dem Motto: Der Kunde oder die Kundin wünschte und der Handel „spielte“! Und so ging es allmählich auch dem lieben Bargeld, mit dem niemand in Berührung kommen wollte, schneller an den Kragen als vorerst angenommen. Zumindest, wenn es um die Zahlung kleinerer Beträge ging! Kontaktlos wurde neben Social Distancing oder Contact Tracing zur neuen Wortkreation aus dem Hause Covid-19. Bereits 2020 ist von einer Zeitenwende im europäischen Payment[iii] gemäß einer Auswertung von Händlertransaktionen in der DACH-Region sowie in Skandinavien der Firma Concardis die Rede. Herr Hoffmann, der CEO der Firma, wird demnach folglich zitiert:

„Viele lang gehegte Vorbehalte gegenüber bargeldlosem und kontaktlosem Bezahlen sind nachhaltig abgebaut, was neue Perspektiven eröffnet und weiteres großes Wachstumspotenzial für digitales Bezahlen birgt – insbesondere in der DACH-Region[iv].“

Ein Trend, der auch ohne Corona gekommen wäre? Man sagt Ja! Natürlich hätte es länger gedauert, sich dem beliebten Zahlungsmittel wie dem Bargeld allmählich zu entsagen. Auch wenn wir nach und nach am Kartenterminal, mit Debit-, Kreditkarte, Smartphone, Apple Pay oder Samsung Pay bezahlen, digitale Spuren hinterlässt niemand gerne freiwillig. Und das obwohl der Durchschnitts-Österreicher oder die -Österreicherin den anonymen Griff ins „analoge“ Geldbörserl vorziehen, bestätigen Umfragen in Zeiten einer Pandemie dennoch die bequemere Lösung des kontaktlosen Bezahlens. Weiters überzeugen die kürzeren Wartezeiten an den Kassen sowie ein höherer Komfort. Viele davon sind daher bereit, dies auch noch nach Corona so beizubehalten. Eine Tatsache, die im Übrigen auch der Visa Mobile Payment Monitor 2021[v] bestätigt und unsere erwähnte These untermauert. Initiativen wie P27 (Nordics Real-Time Payment System) oder das EPI (European Payments Initiative) gewinnen dahingehend immer mehr an Bedeutung, und das zu Recht!

Doch inwiefern wird sich der digital transformierte Zahlungsverkehr entwickeln? Ein mögliches Szenario zeigt die Payment-Trend-Studie[vi] von Capgemini für 2021. Folgende 10 Trends wurden konkret von Dr. Leichsenring, dem Herausgeber des Bank Blogs, angeführt und werden hier zitiert:

  1. Payments-as-a-Service gewinnt bei kleinen und mittleren Instituten an Bedeutung,
  2. Super-App-Modelle bieten einen Weg zur One-Stop-Funktionalität und End-to-End-Customer Experience,
  3. Distributed Ledger Technologien gewinnen für Zahlungsunternehmen aus Gründen der Effizienz und Wirtschaftlichkeit an Bedeutung,
  4. Datengesteuerte Angebote sind der neueste Ertragstrend für Zahlungsunternehmen,
  5. Digitale IDs ermöglichen Einzelhändlern unsichtbare Zahlungsvorgänge,
  6. COVID-19 beschleunigt eine schnelle Einführung alternativer Zahlungen,
  7. BigTechs erweitern ihre Zahlungsangebote zur Gewinnung neuer Kunden,
  8. Tech-Investitionen steigen, da Zahlungsunternehmen die Sicherheit von Transaktionsdaten erhöhen wollen,
  9. Parallel zur Entwicklung neuer Ökosysteme verstärken die Aufsichtsbehörden die Überprüfung neuer Akteure und Angebote,
  10. Sich entwickelnde regionale Zahlungssysteme stellen das Prinzip Powerhouse in Frage.

Mit der unmittelbaren Transformation des Zahlungsverkehrs ins Digitale wurde die bis dahin eher ruhige Payment-Landschaft unmittelbar vielfältig und anspruchsvoll. Ansprüche, derer sich Banken, Sparkassen, Finanzdienstleister und Händler*innen auch in den nächsten Jahren noch weiterhin stellen werden müssen. Schließlich werden all jene, die sich der digitalen Technologie, der Verringerung der Zahlungsrisken oder möglicher Investitionen in Künstliche Intelligenz verschrieben haben, zu den innovativen und vorausdenkenden Gewinnern*innen dieser herausfordernden Zeit zählen.

Dann werden nicht nur vertrauensbildende Maßnahmen in diese Systeme im Mittelpunkt stehen, sondern auch die sichere Verarbeitung all jener Daten, die ein wohl überlegtes und durchdachtes Payment-System von morgen braucht. Und genau hier setzt unser Know-how von Cards & Systems an. Wir wünschen Ihnen und Ihren Payment-Projekten gutes Gelingen und freuen uns auf Ihre Anfrage!

Csaba Szakatics

Marketing


[i] https://www.cardsys.at/blog/e-...

[ii] https://de.wikipedia.org/wiki/Near_Field_Communication

[iii] https://www.cardscout.de/kredi...

[iv] https://www.cardscout.de/kredi...

[v] https://www.cardscout.de/kredi...

[vi] https://www.der-bank-blog.de/payment-trends2021/studien/37676949/

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